Chicago EL – die elektrische Hochbahn

Sie ist bekannt aus Film und Fernsehen. Zum Beispiel im Film „Blues Brothers“ spielt sie eine Rolle. Sie ist aber auch ein beliebtes Fotomotiv. Die Chicago L, wie sie liebevoll genannt, die elektrische Hochbahn in Chicago. Meist in acht Meter Höhe, aber auch ebenerdig und teils sogar im Tunnel rattert sie durch die Innenstadt von Chicago.

Die ältesten Netzabschnitte der „L“ stammen von 1892. 1893 wurde eine Zweiglinie zur World Columbian Exposition errichtet, auf der die als „Intramural Railway“ bezeichnete erste elektrisch betriebene Hochbahn der Welt fuhr.

1924 entstand durch die Fusion mehrerer privatwirtschaftlich betriebener Bahnen, der Chicago and South Side Rapid Transit Co. (gegründet: 1892), der Lake Street Elevated Railroad Co. (1893), der Metropolitan West Side Elevated Railroad Co. (1895) und der Northwestern Elevated Railroad Co. (1900) die Chicago Rapid Transit Company (CRT). Deren Netz bildete die Grundlage des heute von der Chicago Transit Authority (CTA) betriebenen Netzes, das weiter ausgebaut wurde.

Das Streckennetz für den Linienverkehr hat eine Länge von 106,1 Meilen (170,8 km). Davon verlaufen 57,1 Meilen (91,9 km) als Hochbahn, 36,9 Meilen (59 km) ebenerdig und 12,1 Meilen (19,5 km) im Tunnel.

Eine Besonderheit des Netzes ist der „Loop“, ein Hochbahnring, das Zentrum des Liniennetzes. Er verläuft als Ringlinie in etwa acht Metern Höhe über Straßen aufgeständert und umschließt den Kern der Innenstadt von Chicago. Eine Rarität ist die niveaugleiche Kreuzung zweier zweigleisiger Strecken an der Nordwest-Ecke des „Loops“ mit zahlreichen Verbindungsweichen auf engstem Raum, die den Streckenwechsel in drei Richtungen und den Wechsel auf das Gleis der Gegenrichtung ermöglichen.

Eine weitere Besonderheit auf der Blauen und der Roten Linie sind innerhalb des „Loops“ in der Innenstadt Bahnhöfe mit überlangen Bahnsteigen, an denen die Züge mehrfach hintereinander halten und jeder Halt eine eigene Station ist. Der Bahnsteig der Roten Linie liegt zwischen den Stationen Lake und Jackson. Zwischen beiden befindet sich noch der zusätzliche Halt Monroe. Der gemeinsame Bahnsteig der drei Bahnhöfe ist mit 3500 ft (ca. 1050 m) länger als der der Blauen Linie mit 2500 ft (ca. 750 m). Dieser reicht von Washington bis Jackson und schließt ebenfalls einen weiteren Halt Monroe ein. Der Bahnsteig an der Roten Linie gilt nach dem Guinness-Buch der Rekorde als längster U-Bahnsteig der Welt. Die Bereiche dieser langen Bahnsteige sind außerhalb der Stationen schwächer beleuchtet und verfügen kaum über Ausgänge.

Entlang der Autobahnen, die von Chicago ins Umland ausstrahlen, fährt die „L“ auf Trassen zwischen den Fahrbahnen für beide Fahrtrichtungen. Chicago nahm in den 1950er-Jahren eine Vorreiterrolle in der Verwendung des Mittelstreifens für Stadtbahnstrecken ein.

Die „Chicago-L“ ist eines der meistfrequentierten Verkehrssysteme der USA. Nach Statistiken aus dem Jahr 2003 benutzten an Wochentagen täglich 494.743 Personen, an Samstagen 262.791 Personen und an Sonntagen 180.951 Personen die „L“. Pro Jahr entspricht dies einer Passagierzahl von 150 Millionen.

Die Geschichte der „L“ ist auch mit der Geschichte des Boogie Woogie verwoben. So erzählt man sich, dass Clarence Pinetop Smith im gleichen Mietshaus direkt neben der „L“ gewohnt haben soll wie die beiden damals jungen Pianisten Albert Ammons und Meade Lux Lewis. Clarence Pinetop Smith soll die „L“ auch dazu genutzt haben, um am 29. Dezember 1928 von zu Hause ins Studio zu fahren um dort die erste Aufnahme eines Songs namens „Boogie Woogie“ zu machen. Viele Musiker der 1920er und 1930er Jahre haben die „L“ genutzt um zu ihren Auftritten zu gelangen. Meade Lux Lewis soll seinen Song „Chicago Flyer“ der „L“ gewidmet haben.


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