Little Willie Littlefield ~ Portrait

Little Willie Littlefield wurde am 16.September 1931 in El Campo, Texas, geboren und starb am 23. Juni 2013 in den Niederlanden

Über Littlefields Kindheit und frühe Plattenkarriere ist wenig bekannt. Er lernte Klavier und Gitarre unter dem Einfluss seiner Baptistengemeinde. Erste Aufnahmen machte er 1948 für das kleine Rhythm & Blues-Label Eddie’s Records in Houston. Im August 1949 wurde er von einem der Inhaber des mächtigen R&B-Labels Modern Records – Jules Bihari – entdeckt; dieser war auf der Suche nach einem talentierten Bluesinterpreten wie Amos Milburn. Die erste Aufnahmesession für Modern fand noch in Houston statt, wo Littlefield mit seinem Freund Don Wilkerson (Tenorsaxophon) am 1. März 1949 den Titel Drinkin‘ Hardacol aufnahm. Am 1. Juli 1949 folgte Farewell, das als A-Seite der im Oktober 1949 erschienenen Single (Modern #709) diente und gleich Rang fünf der Rhythm & Blues-Hitparade erreichte. Kurz danach zog Littlefield nach Los Angeles, dem Standort von Modern Records. Hier entstand der noch erfolgreichere Titel It’s Midnight, der nach Veröffentlichung im August 1949 gar den dritten Rang der Charts erklomm. Innerhalb von drei Monaten entstanden mit der Begleitband Jimmy „Maxwell Street“ Davis (Saxophon), Chuck Norris und Johnny Moore (Gitarre) sowie Al Wichard und Jessie Price (Schlagzeug) bis Dezember 1949 insgesamt 22 Titel, doch weitere Singles aus diesem Repertoire gelangten nicht mehr in die Charts. Nach insgesamt 13 Singles verließ er Modern Records im Jahr 1952 und erhielt einen Plattenvertrag mit dem noch jungen Label Federal Records, einem Tochterlabel von King Records.

Neues Plattenlabel

Bei Federal wurde er produziert von Ralph Bass. Bereits aus seiner ersten Aufnahmesession ging das von Leiber/Stoller komponierte Kansas City hervor, das Produzent Bass in „K.C. Loving“ umbenannte, weil es flotter klang. Der Song wurde am 18. August 1952 aufgenommen und nach Veröffentlichung am 29. Dezember 1952 als Federal #12110 ebenfalls chartmäßig nicht wahrgenommen, aber Jahre später entwickelte er sich unter dem ursprünglichen Titel Kansas City mit über 300 Versionen zu einem der am meisten gecoverten Rock’n’Roll-Songs. Enormen Bekanntheitsgrad erreichte hiermit Wilbert Harrison, dessen Version von Kansas City im Jahr 1959 drei Millionen Mal verkauft wurde[6]. Am 18. August 1952 wurden noch drei weitere Leiber/Stoller-Kompositionen aufgenommen, nämlich Pleading At Midnight (B-Seite von K.C. Loving) und Striking on You Baby / Blood is Redder Than Wine. Ralph Bass gelang es jedoch nicht, Littlefield in die Hitparade zurückzubringen. Am 30. Oktober 1953 war dann für Littlefield bei Federal Records die letzte Aufnahmesession anberaumt, aus der vier Titel hervorgingen. Auch die hieraus gepressten zwei Singles blieben ohne Resonanz.

Die gesundheitlichen Folgen eines schweren Autounfalls im Jahr 1954 hinderten ihn an Auftritten und Plattenaufnahmen. Erst im Juni 1957 veröffentlicht das Don Barksdale gehörende Rhythm Records in San Francisco eine Platte von ihm, die jedoch genauso erfolglos bleibt wie die nächsten vier Singles. Seine selbstkomponierte Single Ruby-Baby erscheint hier im November 1957. Seither konzentrierte sich Littlefield auf seine eigentliche Stärke – die Liveauftritte insbesondere bei Musikfestivals ab 1978 in Europa. Er erhielt eine Rolle in dem australischen Film Love in Limbo (Just one Night), einer Komödie über Liebe und Rock & Roll, die am 20. Mai 1993 in Australien in die Kinos kam.

Nach zahlreichen Auftritten auf verschiedenen Festivals, unter anderem auf dem Montreux Jazz Festival, legte er im Jahre 2000 eine 5-jährige kreative Pause ein. Littlefield lebte zuletzt in den Niederlanden und spielte dort häufig auf dem jährlich stattfindenden International Boogie Woogie Festival Holland mit, aber tourte auch durch Deutschland und Österreich, 2007.

Bayoogie Newsletter bestellen

TRAG DICH EIN UND ERHALTE DIE NEUESTEN PIANO BOOGIE WOOGIE TIPPS & INFOS UNREGELMÄSSIG
IN REGELMÄSSIGEN ABSTÄNDEN. KOSTENFREI.
D A T E N S C H U T Z E R K L Ä R U N G

Next Post

Big Boss Man

Sa Mrz 27 , 2021
Dieser Song war ein großer Hit für Jimmy Reed, den groovigen Blues-Gitarristen aus Chicago. Und die Geschichte des Songs spiegelt die Realität des Alltags wider. Da ist dieser „Big Boss Man“, der Chef, der seine Arbeiter wie Sklaven hält. Jimmy Reed selbst musste lange tagsüber in den Schlachthöfen in Chicago […]